Welcher Berufspendler würde nicht gerne mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren? Es ist billiger, umweltfreundlicher und gesünder als mit Auto, Bus oder Bahn? Wenn da nicht diese verschwitzten Klamotten und Anzüge wären, die man im Büro nicht wechseln kann? Wer trocken am Arbeitsplatz ankommen will, sollte es mal mit einem Elektrofahrrad, kurz E-Bike, probieren. Diese E-Bikes haben Elektro-Motoren, die den Fahrer beim Treten unterstützen und dafür sorgen, dass man sich fühlt als würde ständig leichter Rückenwind blasen. Aber Elektrofahrrad ist nicht gleich Elektrofahrrad: Bevor Sie sich ein E-Bike kaufen, sollten Sie sich genau informieren und ein Elektrorad testen.
Fahrradfahren mit Rückenwind.
Diese sogenannten Pedelecs, wie Elektrofahrräder mit beschränkter Tretunterstützung in Deutschland auch genannt werden, verfügen über einen Elektroantrieb samt Akku, der allerdings nur anspringt, wenn nebenbei auch in die Pedale getreten wird. Dieser Pedelec-Antrieb, der mit einem Sensor die Muskelkraft misst, unterstützt den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Diese Pedelecs mit maximal 250 Watt Leistung dürfen ohne Helm gefahren werden. Fahrräder mit unlimitierter Tretunterstützung, die schneller als 25 km/h laufen, hingegen gelten laut Gesetz als Mofa, was Versicherungs-, Helm- und Führerscheinpflicht voraussetzt. Durch die steigenden Stromspeicherkapazitäten und leichteren Akkus werden E-Bikes immer beliebter - vor allem in China. Dort wurden im Jahr 2007 bereits 20 Millionen Fahrräder mit elektrischer Unterstützung verkauft.
Viele Einsatzmöglichkeiten.
Wie bei gewöhnlichen Fahrrädern auch, gibt es Pedelecs für jede Einsatzmöglichkeit: Für ältere Leute, die damit wieder weitere Strecken zurücklegen können, sind Citybikes mit Nabenschaltung und Rücktrittbremse die Renner. Aber auch sportliche Touren-Pedelecs - Trekkingräder mit 27-Gang Kettenschaltung - haben viele Hersteller in ihrem Elektrorad-Programm. Sogar Mountainbike-Elektrofahrräder finden sich unter den Sport-Pedelecs wieder. Falträder mit Elektrounterstützung runden die breite Palette für Pendler ab. Durch diese Vielfalt auf dem Pedelec-Markt sind die E-Bikes nicht nur ein Sportgerät für Faule: Leute in den Bergen oder an der Küste, die häufig mit Gegenwind zu kämpfen haben, werden es genauso zu schätzen wissen wie Arbeitende, die ohne verschwitzte Kleidung im Büro ankommen wollen. Die größte Zielgruppe jedoch sind Menschen im fortgeschrittenem Alter, die aufgrund nachlassender Muskelkraft froh sind um die Unterstützung des Elektromotors. Vom Elektrofahrrad-Bausatz bis zum speziellen Zubehör für E-Bikes bietet der Markt für jeden das passende Elektrorad.
Je nach Hersteller befinden sich verschiedene Antriebsmodelle in den Pedelecs: Verbreitet sind derzeit Nabenmotoren. Bei diesen Antrieben verbirgt sich der Motor in der Vorderrad- bzw. Hinterradnabe. Alternativ favorisieren einige Marken den Kurbelwellenmotor, dessen Antrieb sich in der Tretkurbel des Rades befindet. Nach unseren zahlreichen Testfahrten mit jeglichen Antriebsmechanismen gefällen uns die Mittelmotoren eindeutig besser als die Nabenantriebe. Der Antrieb aus der Kurbel läuft ruhiger und ruckelt nicht. Diesen Vorteil haben auch die Pedelec-Hersteller erkannt: Dieses Jahr auf der Eurobike in Friedrichshafen wurden viel mehr Modelle mit Mittelmotor vorgestellt als noch im Juni in München.
Dieses Elektrofahrrad-Forum zielt darauf ab, alles rund ums E-Bike zu erklären, zu testen und zu bewerten. Sie sollten vor einem Pedelec-Kauf kompetent beraten und informiert werden.