Kalkhoff Pedelecs und E-Bikes.

Bequem, schnell, elegant.

Die E-Bikes der deutschen Marke Kalkhoff, die der Zweirad Experten Gruppe (ZEG) als Partner angehört, bewirbt ihre Fahrräder mit dem Slogan "Bikes Made in Germany". Laut Kalkhoff sollen sich die Pedelec-Fahrer beim Kurbeln erholen, ihre Gelenke schonen, frisch und ausgeruht ins Büro kommen und durch den Motor entlastet werden. In all seinen E-Bike-Modellen verbaut der deutsche Hersteller den bewährten 250 Watt Panasonic Motor. Bei Rädern mit Rücktrittbremse setzt Kalkhoff Front-Motoren ein, sonst schwören die Cloppenburger auf Mittelmotoren. Die 80 Kilometer Reichweite bei voll aufgeladenem Motor sind ein wenig übertrieben, wie wir bei eigenen Testfahrten feststellen konnten. Wie bei Panasonic-betriebenen Elektrofahrrädern üblich haben die Motoren je drei Antriebsstufen.

 

Schneller wie ein Mofa

Aus der Reihe der sieben E-Bikes von Kalkhoff fällt das "Pro Connect S": Als einziges der E-Bikes unterstützt es den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h. Leider ist es dadurch zulassungs- und kennzeichenpflichtig. Zudem benötigen Sie mindestens einen Mofaführerschein, um dieses rasend schnelle Rad fahren zu dürfen. Obwohl dieses Modell die anderen Pedelecs in der Höchstgeschwindigkeit um Längen schlägt und erst bei 40 km/h abgeriegelt ist, braucht sich die Konkurrenz unserer Meinung nach nicht verstecken, da man das Kalkhoff Pro Connect S sowieso kaum ausfahren kann.

 

E.M.S. - die Formel für hochwertige Komponenten

Easy Motion System. Diesen Spruch schreibt sich Kalkhoff auf die Fahne, um auf die hochwertigen Komponenten seiner E-Bikes hinzuweisen. Doch warum haben dann alle E-Bike-Modelle dieses Kürzel an ihrer Seite? Wir haben genauer hingeschaut: Continental Reifen, Busch & Müller Beleuchtungsanlagen und SKS-Schutzbleche sind zwar oberes Mittelfeld, aber nicht im Top-Bereich anzusiedeln. Außerdem verspricht das Label E.M.S., dass die Räder für jeden Einsatz geschaffen sein sollen. Durch individuelle Einstellung von Lenker, Sattel und Vorbau sollen die E-Bikes den sportlichen Tourenfahrer genauso ansprechen wie den gemütlichen Stadtbummler. Verstellbare Vorbauten gehören seit ein paar Jahren schon zur Standardausstattung von City- und Trekkingbikes - sind also nichts Neues.

 

Die Gabel schützt die Bremse

Auch die Pulverbeschichtung, die alle sieben E-Bikes von Kalkhoff vorzuweisen haben, kann man bei Fahrrädern, die zwischen 1999 und 2799 Euro kosten, auch erwarten. Außer bei ihrem billigsten E-Bike, dem Jubilee mit 7-Gang Shimano Nexus, hat die deutsche Fahrradschmiede bei allen Rädern die "Verso"-Federgabel verbaut: Bei dieser Gabel wird die Vorderradbremse nicht vor der Gabel, sondern dahinter montiert. Dies soll laut Kalkhoff Sicherheit bringen und den Verschleiß senken. Bei unserem Test konnten wir keine Vorteile beim Zupacken der Bremse erkennen. Unserer Meinung nach ist dieses Detail eine reine Spielerei, mit der sich Kalkhoff vom Rest abzuheben versucht.

 

Das Pro Connect S

Der Platzhirsch unter den Elektrofahrrädern bei Kalkhoff ist unbestritten das "Pro Connect S". Mit seiner Unterstützung bis 40 km/h gehört es zu den sportlichen Pedelecs. Der völlig überladene Lenker (mit Lockout-Hebel, Anzeige, Spiegel) und die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Strahler an den Außenseiten der Gabel wirken dem sportlichen Erscheinungsbild entgegen. Die Anfahrhilfe per Gasthebel soll bis 18 km/h reichen, war aber leider bei unserem Testrad kaputt. Das Shimano-XT-Schaltwerk müsste auch nicht sein. Ein schönes Detail sind die innen verlegten Schalt- und Bremszüge. Dagegen laufen die Stromkabel außen am Rahmen entlang. Unsere Meinung: Bitte auch unter den Rahmen damit!

 

Die wichtigsten Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • Alle Modelle haben den zuverlässigen Panasonic-Motor an Bord
  • Keines der E-Bikes hat mehr als neun Gänge; vor allem das Pro Connect S (40 km/h) würde mehr als neun Gänge vertragen
  • Gute Komponenten
  • Fast alle Modelle in verschiedenen Rahmenformen (Diamant und Wave) und Rahmenhöhen (S, M, L, XL) verfügbar

 

Meine abschließende Meinung:

Wer ein zuverlässiges und gemütliches E-Bike für die Stadt sucht, ist einem der Kalkhoff Modelle Tasman, Agattu und Jubilee gut bedient. Schnelle, sportliche Tourenfahrer, die auch mal einen Rennradfahrer mit 40 km/h jagen will, kommt am Pro Connect S nicht vorbei. Als einziges E-Bike hat es die EU-Ausnahmebescheinigung. Die 9-Gang Deore XT-Schaltung ist für diese Geschwindigkeit allerdings eine Nummer zu klein. Nach unseren Testfahrten waren wir weder besonders begeistert noch enttäuscht. Die E-Bikes von Kalkhoff sind eben unauffällig solide.